Tag 43 – Wir trauen uns und starten die Operation Panorama-Dachfenster über dem Bett

Vorsichtig bauen wir den Dachspriegel aus und bohren die Schweißpunkte auf, um ihn später um zehn Zentimeter zu versetzen

Unser Traum war es von Anfang an, später über dem Bett ein Panorama-Fenster einzubauen, aus dem wir nachts Sterne gucken können. Die einzige Schwierigkeit dabei ist, dass das besagte Fenster 50 Zentimeter breit ist, zwischen den drei über dem Bett verbauten Dachspriegeln aber nur maximal 40 Zentimeter Platz sind. Schmalere lange Fenster gibt es leider nicht und eine Sonderanfertigung war auch nicht zu organisieren. Also war unsere Frage, ob es nicht möglich wäre, den Spriegel um die fehlenden zehn Zentimeter zu versetzen, damit die ursprüngliche Stabilität des Daches wieder hergestellt ist. Wir haben überall nachgefragt. Wirklich überall.

Der Panoramafenster-Hersteller hat uns an den TÜV verwiesen. Der TÜV hat uns geraten doch mal mit Fiat direkt zu sprechen. Die konnten die Frage leider nicht beantworten und verwiesen an die Aufbauhersteller. Diese wiederum rieten uns, doch mal beim TÜV nachzufragen, schließlich müssen die am Ende auch die Abnahme machen. Also alles wieder auf Anfang. Wir haben Bekannte gefragt, Foren durchforstet, Aufbaurichtlinien gelesen und sind nochmal zu einem Fiat Professional-Händler gefahren. Immer wieder die gleiche Antwort: Jein. Ja, der TÜV nimmt keine Fenster ab aber nein, einen Spriegel darf man auch nicht einfach entfernen. Seit Dezember denken wir nun schon auf diesem Problem herum. Heute Morgen sind wir dann zu einem Karosseriebauer in der Nähe gefahren, der muss die Stabilität doch am besten beurteilen können. Das war auch unsere letzte Idee. Zum Glück gab es hier eine ermutigende Antwort: „Klar geht das und so wie ihr ausschaut, bekommt ihr das auch locker selber hin.“ Der Fachmann erklärte uns, was wir bereits vermutet haben. Wenn der Spriegel versetzt und nicht entfernt wird, ist das Dach genauso stabil wie vorher und durch das Fenster erhält es sogar nochmal eine zusätzliche Festigkeit. Also raus damit, endlich!

Wir machen uns gleich an die Arbeit und bohren vorsichtig die Schweißpunkte auf, mit denen der Spriegel an den Seitenstreben befestigt ist. Hier brauchen wir wirklich Feingefühl, damit der Bohrer nicht versehentlich auf der Außenseite heraus kommt. Dann lösen wir den Karosseriekleber und brauchen noch ein bisschen Kraft, bis der Spriegel endlich aufgibt und sich von seiner Position löst. Dass es so einfach ist, überrascht uns beide. Wir fühlen uns gut und sind erleichtert, dass wir uns endlich getraut haben. Wir versorgen die blanken Karosseriestellen mit Rostschutz und lassen erstmal alles trocknen. Noch sind die Panoramafenster eh nicht da.

Am Nachmittag bauen wir noch kurz die Drehplatte unter den Fahrersitz, damit wir uns damit später auch an den Tisch im Innenraum drehen können. Dabei stellen wir fest, dass die Sitzposition nun noch höher ist, also sie es eh schon war. Dafür brauchen wir noch eine Lösung, aber nicht mehr heute. Für den Moment heißt es zurück nach Braunschweig und den Umzugswagen packen, morgen geht es mit einem frischen negativen PCR-Test ab nach Frankreich.

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